Paul ’s Augen leuchteten vor Gl√ľck als ich im erkl√§rte, er w√ľrde heute Nachmittag bei mir auf der Universit√§t verbringen. Er hatte sich schon seit so langer Zeit gew√ľnscht, einmal mit dem Papa in die Arbeit mitfahren zu k√∂nnen. Es wurde der perfekte Nachmittag f√ľr ihn. Danach gab es Abendessen und ich brachte ihn auch selbst ins Bett. „Wo ist die Mutti und Jakob?“ fragte er beim Abendessen. „Die Mutti kommt heute sp√§t nach Hause“, antwortet ich ihm.

Kurz vor zehn Uhr morgens hatte Nadia einen Anruf von Los Cascabeles erhalten. An mindestens drei Stellen war am Berg Feuer ausgebrochen, der Wind war heute sehr stark und trieb das Feuer schnell weiter. Damit konnten es unsere zwei Ranger nicht alleine aufnehmen.

Nadia kontaktierte ohne Erfolg das Forstministerium, die Gemeindeverwaltung, erst bei der Freiwilligen Feuerwehr in Sutiava hatte sie Erfolg und zum Gl√ľck hatte unser langj√§hriger Chauffeur heute Zeit. Nadia packte in aller Eile Wasser und Lebensmittel zusammen, dann fuhren sie auf die Finca. Den dreij√§hrigen Jakob musste sie mitnehmen, weil das Kinderm√§dchen heute nicht kommt, mit mir hatte sie schnell telefonisch vereinbart, ich solle Paul von der Schule abholen und mich am Nachmittag um ihn k√ľmmern.

Noch in vier Kilometern Entfernung von den Bränden, alarmieren die zwei Feuerwehrmänner die Wache und fordern jede Verstärkung an die Aufzutreiben ist, der ganz Berg steht in Flammen, eigentlich bräuchten wir ein Löschflugzeug, aber so etwas gibt es hier nicht.

Insgesamt sind dann später, mit unseren zwei Rangern und den weiteren Freiwilligen der Feuerwehr,,elf Personen im aktiven Einsatz im unwegsamen Gelände, Zwei davon junge Frauen.

Drei der unge√ľbten Helfer m√ľssen mit Tabletten versorgt werden, weil sie die Anstrengung des Anstiegs und der Bewegung im Gel√§nde unter der gro√üen Hitze die es heute in Le√≥n hat nicht ertragen. Gegen Nachmittag werden zwei der M√§nner ohnm√§chtig vor Anstrengung. Im Fall unseres Rangers auch vor √úberm√ľdung, er ist seit gestern fast ohne Pause im Einsatz. Sie d√ľrften auch beide eine Rauchgasvergiftung erlitten haben. Nadia l√§sst sie mit dem Maulesel vom Berg evakuieren, ebenso die ersch√∂pften M√§dchen.

In tiefer Dunkelheit, um etwa halb acht Uhr abends sind die meisten Br√§nde unter Kontrolle, die Feuerwehr zieht sich zur√ľck und Nadia bringt alle, bis auf die Ranger wieder nach Le√≥n.

Morgen m√ľssen unbedingt weitere Leute aufgetrieben werden, die von fr√ľh an bei der Brandbek√§mpfung mithelfen. In der Nacht legt sich der Wind etwas, aber morgen erwarten wir wieder heftige Winde und die Br√§nde werden sich wieder aus den Glutnestern entfachen.

Diesmal ist der Schaden gro√ü, viele bereits erwachsene B√§ume sind dem Brand zum Opfer gefallen, aber auch der in den letzten f√ľnf Jahren aufgekommene Bestand ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Unsere Feuerschneisen und die L√∂scht√§tigkeit, die wir Dank der Spendenkampagne durchf√ľhren konnten, haben aber trotzdem noch viel gr√∂√üeren Schaden verhindert. Insbesondere konnte das Feuer wenig in den dichteren Waldbestand am Hang eindringen. Den genauen Schaden k√∂nnen wir jetzt allerdings noch nicht ermessen und es ist morgen noch mit einer Verschlimmerung zu rechnen.

Zumindest eines der Feuer wurden von Wilderern gelegt. Als sich unser Ranger dem Feuer n√§herte, konnte einen fl√ľchtenden Mann ausmachen. Wir vermuten, dass es sich um jemanden aus der n√§heren Umgebung handelt.

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Paul ist nach seiner Gutenachtgeschichte zufrieden eingeschlafen. Nadia kommt etwa eine Stunde sp√§ter mit dem kleinen Jakob nach Hause. Er war dem Feuer ganz Nahe,und hat die ganze Aufregung hautnah mitgekriegt. Er ist zornig und traurig. „Das ist Feuer ist noch nicht aus“ schreit er w√ľtend und verzweifelt. Wir tr√∂sten ihn so gut es geht: die M√§nner w√ľrden ja morgen wieder weiterl√∂schen. M√ľde schl√§ft er in den Armen Nadias ein.